Das Verhör des Lukullus – Kulturveranstaltung am 8. Dezember

Kriegsverbrecher und verantwortliche Politiker vor ein internationales Tribunal!

 

Diese heute noch immer aktuelle Forderung, die weltweit auf Antikriegs-Protesten und Friedens-Demonstrationen angemahnt wird, war erstmals nach Ende des ‚Zweiten Weltkrieges‘ gegenüber einer Reihe führender deutscher Faschisten mit den Nürnberger Prozessen in die Tat umgesetzt worden. Ein Wendepunkt in der Jahrtausende alten Rechtsgeschichte der Menschheit.

 

Der kommunistische Dichter und Dramatiker Bert Brecht hatte 1939 mit Beginn des Nazi-Krieges versucht, im schwedischen Exil die Problematik künstlerisch aufklärend zu gestalten. Er schrieb kein Doku-Stück, sondern, ins Phantastische verfremdet, über einen antiken römischen Feldherren, der nur noch als Gourmet und Schlemmer bekannt ist, zuerst ein Radio-Hörstück:

Das Verhör des Lukullus.

Natürlich hätte kein reales Gericht der Vergangenheit einen siegreichen Vertreter der herrschenden Klasse für Kriegverbrechen belangt. Also verlegte Brecht dieses imaginäre Verhör in das Totenreich, Leute aus dem Volk sind die Richter.

 

Doch in den bürgerlichen Rundfunkanstalten war das Interesse gering an dem Text. Brecht entschloss sich, daraus eine Oper zu machen. Einige Jahre später, erst in der Deutschen Demokratischen Republik, konnte dieses Vorhaben verwirklicht werden. Er gewann dafür den ebenfalls marxistisch-leninistischen Komponisten Paul Dessau, entwickelte mit ihm das Libretto und bekam einen offiziellen Auftrag für die Deutsche Staatsoper Berlin. Damit entstand die erste sozialistische Oper der DDR. 1951 sollte sie uraufgeführt werden. Eine Friedensoper. Werk zweier Antifaschisten und Kommunisten. Bereits vor der Premiere gab es Proteste, Form-Diskussionen, Einwände der SED gegen die allzu pazifistische Grundaussage: alle Kriege zu verfluchen. Das stand völlig im Widerspruch zur parteilichen Haltung: gerade hatte die Rote Armee der Sowjetunion den faschistischen Aggressor siegreich geschlagen und nur so Frieden in der Welt geschaffen.

 

Brecht und Dessau setzten sich nochmals an die Arbeit. Die Verteidigung der Heimat gegen einen Überfall wird nun ausdrücklich als gerechter Krieg gewürdigt, der Kriegsherr Roms am Ende verdammt und die Oper erhielt einen neuen Titel:

DIE VERURTEILUNG DES LUKULLUS.