Elbe-Tag in Torgau: Ein erster Schritt zur Einheit der Friedenskräfte
Der diesjährige Elbe-Tag in Torgau könnte ein Wendepunkt für die zersplitterte Friedensbewegung sein. Was mit zwei getrennten Aufmärschen begann, endete mit einer Geste der Hoffnung.
Der Sänger Tino Eisbrenner begrüßte auf der Kundgebung „Torgau für Frieden“ spontan den vorbeiziehenden DKP-Umzug: „Wir haben es noch nicht geschafft, uns zusammenzufinden und mit der DKP und unseren linken Freunden gemeinsam für den Frieden einzustehen. Bis zum nächsten Jahr, wenn wir zusammengehen.“ Die Menge applaudierte.

Klare Kante gegen die NATO
Die DKP zog mit der unmissverständlichen Forderung „Raus aus der NATO“ durch die Straßen. Ihr Vorsitzender Patrik Köbele warnte vor der Stationierung von US-Mittelstreckenraketen, der Wiederbelebung der Wehrpflicht und dem deutschen Kriegskurs. Wer den Frieden will, muss das Kriegsbündnis NATO benennen – darauf kommt es an.
Keine Zusammenarbeit mit der AfD
Trotz Gesprächsbereitschaft gegenüber Eisbrenners Annäherung zieht die DKP eine rote Linie: Die AfD ist keine Friedenspartnerin. Aus kommunistischer Sicht ist sie nationalistisch und teils faschistisch. Geschichtsrevisionismus und Russlandhass stehen in ihr an der Tagesordnung.
Kultur als Brücke
Musikalisch waren beide Veranstaltungen nah beieinander. Das Lied „Zhurawli“ (Eisbrenners Version) sang die Gruppe Integral auf der DKP-Bühne, die DDR-Hymne erklang bei „Torgau für Frieden“. Kulturschaffende könnten die Einheit schmieden, die der Politik nicht gelingt.
Die Zeit drängt
Der Krieg rückt näher. Während die Friedensbewegung noch über Organisationsfragen streitet, treibt die Bundesregierung die Aufrüstung voran. Torgau hat gezeigt: Die Sehnsucht nach Einheit ist da. Der Elbe-Tag 2026 könnte die Antwort geben. Die kommunistischen Kräfte werden ihren Beitrag leisten – mit offenen Türen, aber ohne Kompromisse beim Klassenstandpunkt.
